Schritt für Schritt zum perfekten Kleiderschrank

Warum Kleidung-Ausmisten so schwer ist und wie du es trotzdem schaffst, deinen Kleiderschrank so richtig in Form zu bringen.

Langsam aber sicher wird es Herbst, die kühlen Tage und dunklen Abende stehen vor der Tür! Vorbei die langen Stunden am See, im Schwimmbad, beim Picknick – stimmt dich das traurig? Dann hab ich ein garantiert funktionierendes Rezept gegen die trübe Laune!

Und zwar?

Kleiderschrank-Ausmisten!


Die Übergangszeit ist die perfekte Gelegenheit, wieder einmal Inventur zu machen. Bevor du einfach das Winterzeug vom letzten Jahr aus dem Keller holst und «wo es noch Platz hat» in den Schrank legst, kommt alles mal raus!


Wenn es um den Kleiderschrank geht, stehen viele Menschen im wahrsten Sinne des Wortes vor einem riesigen Berg – und wissen nicht, wie sie ihn bezwingen sollen. Sie sind überfordert und stopfen nach einem zwecklosen Versuch doch alles wieder in die Regale und geben dann desillusioniert wieder auf.


Kein Wunder und absolut verständlich, denn in diesem Bereich liegen nicht nur die berühmten Schrankleichen versteckt! Der Kleiderschrank beherbergt Dinge, die oft mit starken Emotionen gekoppelt sind: Deine erste Schwangerschaftshose, den Pulli, den du beim ersten Date mit deinem Schatz getragen hast oder gar das Hochzeitskleid.

Umso schwerer fällt das Loslassen, und umso kreativer werden die Ausreden, die Dinge eben doch noch zu behalten.

Und selbst wenn du die emotionalen Hürden gemeistert hast: Irgendwann kommt der Moment, in dem dir die knallenge Jeans aus kinderlosen Zeiten schonungslos vor Augen führt, wie sich dein Körper in den letzten 10 Jahren verändert hat.

Kein Projekt also für schwache Nerven!


Aber du schaffst das!

Und genau dafür möchte ich dir eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit an die Hand geben, gepaart mit nützlichen Tipps und Tricks.







Vorab aber noch 4 Grundsätze, die du während des gesamten Prozesses beherzigen solltest und die dir garantiert eine grosse Stütze sein werden:


1. Realistisch bleiben

Der Bikini von vor zehn Jahren – er passt den wenigsten von uns heute immer noch. Also weg damit!


2. Schuldgefühle adé!

Das Teil war mal mega teuer? Oder deine Oma hat den Pulli selbstgestrickt? Wenn du etwas nie trägst und dabei jedes Mal ein schlechtes Gewissen hast, wenn du es im Schrank hängen siehst, dann ist das schon unangenehm genug. Dass du für die Dinge aber auch noch wertvollen Platz in deinem Schrank opferst, muss nicht sein. Vielleicht würde sich jemand anders darüber freuen? Oder du kannst gut erhaltene Kleidung an Bedürftige spenden? Wenn sich der Aufwand lohnt, lassen sich wertvolle Teile auch noch verkaufen. Du siehst – es gibt viele Alternativen, die besser sind, als Unnötiges weiterhin aufzubewahren!


3. Was sagt dir dein Bauch?

Was meinst du: Wird dir die Jacke, deren Farbe du eigentlich nicht magst, in ein paar Monaten plötzlich doch gefallen? Oder die Strickjacke, die «eigentlich sehr schön» ist, aber leider so schrecklich kratzt auf der Haut? Wahrscheinlich nicht. Wenn du mit einem Teil unangenehme Gefühle verbindest (völlig egal aus welchem Grund!), dann ist das ein Zeichen, dass es wegkann.


4. Keine Hintertürchen!

Du hast dich einmal entschieden, ein Teil wegzugeben? Dann bleib dabei! Pack es in die entsprechende Kiste und schaff es innerhalb der nächsten zwei Stunden aus dem Haus.


So, nun bist du ready, um wirklich loszulegen!

Zurück also zur Schritt-für-Schritt-Anleitung für dein Kleiderschrank-Projekt:




Vorbereitung: Leg dir 4 Behälter zurecht. Das können Wäschekörbe, Kartonschachteln oder Plastikboxen sein. Wenn du keine hast, funktionieren auch 4 einzelne Seiten im A4-Format. Beschrifte nun die 5 Behälter/Seiten mit den Kategorien


- Entsorgen

- Verschenken/Spenden

- Verkaufen

- Noch unklar


1. Deine Motivation

Ich habe es eingangs schon erwähnt – du wirst unweigerlich auf zahlreiche Hürden und innere Widerstände stossen, wenn du dich ans Ausmisten deiner Kleidung machst. Umso wichtiger ist es, dass du dir klarmachst, WARUM du es tun willst. Die Antwort auf diese Frage wird dich antreiben und dir Mut machen, wenn du kurz vor dem Aufgeben bist. Achtung: Kurzzeitig wird es in deinem Zimmer noch chaotischer aussehen, wenn du alles aus dem Schrank genommen und verteilt hast! Deshalb ist es wirklich wichtig, dir immer wieder dein persönliches Ziel vor Augen zu halten! Einige Beispiele für Antworten auf die Frage WARUM:


  • du willst nur noch Kleidung im Schrank, die dir wirklich passt

  • du willst dich über jedes einzelne Teil freuen können (nur noch Lieblingsteile)

  • du willst endlich den Überblick darüber, was du alles hast

  • du willst langanhaltende Ordnung im Schrank

  • du willst keine Fehl- oder (versehentliche) Doppelkäufe mehr

  • du willst endlich einen einheitlichen Stil, der zu dir passt

  • du willst morgens nicht mehr das «Ich-hab-nichts-anzuziehen»-Drama, sondern einfach zu kombinierende Outfits

  • du willst mehr Platz im Schrank


2. Dein emotionaler Kompass

Dass Kleidung ausmisten emotional schwieriger ist als beispielsweise Küchen- oder Badutensilien, kannst du dir auch zunutze machen! Indem du nämlich den folgenden Trick anwendest: Such dir ein absolutes Lieblingsteil raus. Ein Kleidungsstück, das du am liebsten jeden Tag tragen würdest und über das du dich einfach jedes Mal freust, wenn du es in der Hand oder anhast. Fühl dich mal richtig rein in dieses schöne Gefühl. Dann häng das Teil gut sichtbar auf, z.B. an einen Kleiderhaken an der Tür. Es wird dir später beim Aussortieren ein «emotionaler Kompass» sein, wenn du dir unsicher bist, ob etwas wegkann oder bleiben soll.



3. Alles raus!

Räum alle Regale, Schubladen und Kleiderstangen leer. Wichtig: Der Schrank muss komplett ausgeräumt sein. Nur wenn du einmal die Wirkung eines leeren Schrankes erlebt hast, kannst du erahnen, was für eine Erleichterung und Befreiung das Ausmisten mit sich bringt – und umso leichter wird es dir anschliessend gleich fallen.


4. Reinigen

Befreie alles von Staub. Benutze einen feuchten Lappen und trockne nach. Tipp: Auch die Schrankspiegel putzen!


5. Sortieren

JETZT geht’s ans Eingemachte!

Damit der Einstieg so leicht wie möglich geht, kannst du mit der Kategorie Socken und Unterwäsche beginnen – die ist am wenigsten emotional.

Nimm ein Teil und entscheide SCHNELL, in welche der 4 Kategorien es soll. Hör dabei auf dein Bauchgefühl. Mal angenommen, du hast einen noch fast neuen, farblich schönen und kuscheligen Winterpulli in deinen Händen. Auf den ersten Blick gibt es keinen Grund, ihn zu entsorgen oder wegzugeben. Doch ein unbestimmtes Gefühl in dir sendet dir unangenehme Signale. Dann hör darauf! Vielleicht erinnert dich der Pulli an einen Ex-Freund? An einen unschönen Anlass? Vielleicht ist auch einfach die Qualität schlecht oder das Material kratzt auf der Haut? Wichtig ist nicht so sehr der tatsächliche Grund, sondern dein Gefühl.

Wenn du alles in eine Kategorie sortiert hast, ist es wichtig, die Dinge, die nicht mehr in deinen Schrank zurücksollen, zeitnah ausser Haus zu bringen. Die Gefahr, dass du einen Rückzieher machst, ist sonst zu gross. Stell die Kisten oder Säcke am besten gleich vor die Haustür und bring die Sachen noch am gleichen Tag weg (Brockenhaus, Spende, Entsorgung).

Tipp für die Kategorie «Verkaufen»: Wäge hier gut ab, ob sich der Aufwand lohnt. Immerhin musst du die Dinge zuerst fotografieren, online stellen und bis zum Verkauf noch zwischenlagern.



6. Achtung, Stolperfallen!

Nichts kommt so schnell wie Ausreden beim Ausmisten. Deshalb hab ich dir hier eine Reihe von Fragen zusammengestellt, die du dir stellen kannst, wenn du merkst, dass du unsicher bist oder dass du Mühe mit dem Loslassen hast. Die Fragen sind auch gut geeignet für jene Dinge, die du beim Sortieren in die Kategorie «noch unklar» gelegt hast.


  • Würde ich mir das Teil noch einmal kaufen?

  • Wenn es verloren ginge, wäre ich dann traurig?

  • Behalte ich es nur, weil es mal teuer war? (Übrigens: Das Geld «verlierst» du BEIM KAUF, und NICHT wenn du das Teil entsorgst! Damit das mal gesagt ist.)

  • Hebe ich es auf, weil es ein Geschenk war und ich jetzt ein schlechtes Gewissen habe? Merke: Das schlechte Gewissen wird mit jedem Mal getriggert, wenn du das Teil im Schrank siehst und es doch nicht anziehst. Das nennt man «Ballast».

  • Wann habe ich es zuletzt getragen?

  • Passt es mir noch? Ist es bequem, fühle ich mich wirklich wohl darin?

  • Sagen mir Qualität, Stil und Schnitt zu?

  • Passt das Teil zu meinem AKTUELLEN Leben oder repräsentiert es vielleicht eine «alte» Version von mir, die ich nicht loslassen will (eine jugendlichere, verrücktere, elegantere, verführerischere…)?



Nun bin ich aber mal wahnsinnig gespannt, wie du dein Ausmist-Projekt gemeistert hast! Schreib mir doch gerne eine Nachricht und lass mich wissen, wo es vielleicht noch hakt, wo du dir noch mehr Tipps wünschst oder ob du nun so richtig Feuer und Flamme bist, eine weitere Challenge in Angriff zu nehmen! :-)
















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